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...don`t pull on the reins! Ein Rinderkurs der Extraklasse mit Marina Perner (2008)

So lautete unser bzw. Marinas Motto bei unserem ersten, einige waren auch schon zum zweiten Mal da, Rinderkurs auf der wunderschön gelegenen Anlage von Ankathrin und Uwe Kühl in Brunsbüttel.
Brunsbüttel, das Tor zur Welt (zumindest an diesem Wochenende), wo sich Elbe und Nordsee küssen, traten 10 Teilnehmer an um den staubigen Boden der Cutting-Welt zu betreten. Dementsprechend hoch waren Sorgen, Ängste und natürlich auch die Erwartungen.

Anreise am Donnerstag, erstes, lockeres Kennen lernen der Teilnehmer, Bezug der Pferdeboxen. Der erste Willkommensgruß in Form von Fotos mit Namensschild an den Boxen, zeigte sogleich, wie gut organisiert und vorbereitet man die Kurse auf der Anlage durchführt.

Am Freitagmorgen, bei herrlichem Sonnenschein, versammelten sich die Teilnehmer zum ersten Briefing, sowie zur Aufteilung der Gruppen – nur, wo waren die Rinder? Marina Perner, sicherlich von vielen Kursen (Trainer, The Gentle Touch®, Horsemanship, usw.) als straight aber fair bekannt, zeigte sich auch an diesem Wochenende professionell und freundlich. Kurz gesagt, Rinder gab es an diesem Freitag keine. Dafür jede Menge Arbeit in Form von vorbereitenden Übungen zur Erlangung der notwendigen Technik, um überhaupt nur die geringsten Erfolgsaussichten bei der Rinderarbeit zu haben. Schenkelweichen, Gewichtsverlagerung, Schulterfreiheit, sowie das permanent anwesende, und doch so wichtige: „Don’t pull on the reins!“, bestimmten den Tagesablauf. Hier war Impulsreiten angesagt. Alle Übungen waren dazu angetan, über die Unzulänglichkeiten der eigenen Reiterei nachzudenken.
Um es vorweg zu nehmen, Cutter wurden wir an diesem Wochenende nicht. Ist in der Kürze der Zeit logischer Weise nicht möglich und auch nicht gewollt. Die ersten Schritte in die Cutting- Arbeitsweisen wurden aber deutlich und was bei der NCHA so leicht und locker aussieht, ist knallhartes, langjähriges Training – wie so oft im Leben.
Unterbrochen wurden diese Übungsphasen durch ein leckeres Mittagessen, wobei auch an die Vegetarier unter uns gedacht wurde (tolle Orga!!). Dieser Tag endete mit schweren Beinen und der noch nicht sicheren Erkenntnis, für die ersten Schritte am Rind ausreichend vorbereitet zu sein.

Samstag: Der Tag der Wahrheit. Wie werden die Pferde auf den Erstkontakt mit den Rindern reagieren? Don’t worry! Marina führte uns sicher und behutsam, und zwar in allen Gangarten, an die Rinderarbeit heran.
Setteln der Herde, Rinder weichen lassen, Separieren eines Rindes, Positionierung des Pferdes, Deep-Cut und das Arbeiten eines Rindes vor der Herde sollen hier nur beispielhaft und in Stichworten genannt sein.
Den Rest solltet Ihr selbst erleben. Festzuhalten bleibt, dass sich unsere Sorgen und Ängste in Luft aufgelöst haben. Alle Pferde gaben uns sehr schnell das beruhigende Gefühl, mit Rindern aufgewachsen zu sein. Viele Teilnehmer waren am Ende des Tages sehr erstaunt darüber, wie zügig ihre Pferde turnen konnten, welche Dynamik sich bei dem einen oder anderen sonst eher faulem Gesellen auf natürliche Weise entwickelte.
Die Erfahrung, eine Aufgabe, ein Ziel zu haben, motiviert offensichtlich außerordentlich. Auch die Abwechslung von dem sonst vielleicht eher alltäglichen Einerlei des Trainings oder auch der Turniervorbereitung, ließen die Pferde deutlich williger und geistig spritziger an das Tagwerk gehen. Von daher sei auch nicht Rinder-Leuten, ein solcher Kurs wärmstens ans Herz gelegt, um ihr Trainingsrepertoire um diese äußerst interessante Abwechslung zu erweitern. Reiter und Pferde erkennen in kürzester Zeit den Sinn Ihres Handelns.
Es wurde zu keiner Zeit an den Pferden gezerrt und gezogen. Alles lief wie von Zauberhand. Tja, gewusst wie!
Der Tag endete mit einem exzellenten BBQ, das wirklich toll in Szene gesetzt wurde. Für den Sound sorgte, was wir nicht verhindern konnten, Marina. Klar wir hörten David Bowie vor, zurück und wieder vor. Vielen Dank auch dafür. Es war toll und wie es ein Titel Bowies so schön beschreibt fühlten. Wir uns wie Helden, auf jeden Fall für diesen Tag. ...we can be Heroes just for one day – ja!!!

Die Sonne hatte auch am letzten Tag mit über 30 Grad kein Einsehen mit uns schwer arbeitenden Cowboys und der feine Elbsand sorgte für ein unvergleichliches Arizona- Feeling.
Marina überraschte uns wiederum mit vorbereitenden Übungen für die am Nachmittag von uns allen sehnlichst erwartete Back-Fence-Arbeit. Die Rinder zeigten sich, über Nacht auf saftigen Wiesen grasend, gut erholt. Bei einigen Teilnehmern hingegen hatten Sonnenbrand und Muskelkater die ersten Spuren des inhaltlich sehr interessanten, aber auch Kräfte zehrenden Wochenendes gezeigt. Wir fühlten uns jedoch mit Getränken und Schatten spendenden Sonnenschirmen gut versorgt, es mangelte an nichts. Zum Auftakt des Showdown zeigte uns Fred’s Hengst noch schnell, wie die letzte Übung des Kurses auszusehen hat. „Gott, sei Dank“ (Autor ist kth.) waren die von den Teilnehmern ausgesuchten Rinder am späten Nachmittag doch wieder etwas müde geworden und so gelang es jedem, wenigstens für einige Turns, die Rinder für geraume Zeit von der Herde fern zu halten. An dieser Stelle gilt der Dank allen Corner-Men/Women sowie den Turnbacks, die jederzeit bemüht waren, den jeweiligen Freunden ein gutes, abschließendes Erfolgserlebnis zu bescheren.

Ja, Freunde!! Wer an einigen Kursen und Seminaren teilgenommen hat, weiß wie wichtig eine gute Gemeinschaft für das Gelingen eines solchen Wochenendes ist. Tolle, hilfsbereite, freundliche Mitstreiter „mit einwandfreiem Charakter“ (Anm. des Verf.) machen solche Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis. Und genau diese Menschen haben wir in Brunsbüttel getroffen. Vielen Dank an alle Teilnehmer!! Marina hat es mit viel Sachverstand geschafft, allen Cutting-Novizen eine vorbildliche, für jeden verständliche Einführung in das Cutting-Geschehen zu geben.
Wir würden gerne unsere Kenntnisse unter Deiner Anleitung vertiefen.

Dank auch an Anki, Uwe, Birgit und allen hilfreichen Geistern. Wer mit soviel Wärme und Engagement die Teilnehmer betreut, verdient unsere Anerkennung.
Wir kommen wieder, so long and remember …don`t pull on the reins!

…ein Bericht von Heinrich und Carola Dornhoff (2008)

 

Rinderkurs mit Marina Perner 2007

Je weniger eine Hand verrichtet, desto zarter ist ihr Gefühl! (William Shakespeare)

....von einem harmonischen miteinander in der Triologie Mensch, Pferd und Rind / Lehrgang auf den Bucking Horse Stables in Brunsbüttel unter der Leitung von Marina Perner – Trainerin A Westerneiten

Unter dem Motto „Einführung in die Rinderarbeit“ lernten zehn Kursteilnehmer, Wege zur Konfrontation mit dem unbekannten Wesen Rind kennen. Zunächst erklärte Marina uns die Spielregeln im Bezug zur Rinderarbeit. Sie erwähnte das sie tendenziell in den Bereich Cutting mit uns gehen möchte. Der Grund hierfür, ergibt sich aus der Zielsetzung und somit auch der Vorgehensweise der verschiedenen Rinderdisziplinen. Ihre Philosophie lässt kein hinter dem Rind herjagen und das damit oft verbundene ziehen am Zügel oder unangemessenen Sporeneinsatz zu.

Sie erklärte uns ihr Prinzip folgendermaßen: Das Heranführen des Pferdes geschieht durch ein Umreiten der Herde auf dem Mittelzirkel der Arena. Dies bringt eine ruhige Ausgangsbasis für die Pferde als auch für die Rinder. Im weiteren Verlauf reiten wir einzeln durch die Herde. Hierbei lernt das Pferd zum erstenmal das Rinder vor ihm weichen. In Anbetracht des ausgeprägten Fluchtinstinktes mancher Pferde ist dies der erste Schritt zur Entwicklung von Selbstbewusstsein im Bezug auf das ihm fremde gehörnte Wesen. Danach geht es dann mit dem abtrennen eines bestimmten Rindes weiter. Dies alles sollte in Ruhe, mit guter Strategie und vor allem mit koordinierter Hilfengebung geschehen. In diesem Part der Ausbildung geht es darum die Grundlagen der Gelassenheit bei Reiter und Pferd zu etablieren. Da keiner von uns ein ausgebildetes Cuttingpferd besitzt versuchen wir nicht die Rinder am zurückkehren zur Herde zu hindern. Im Bedarfsfall reiten wir zur Herde zurück und holen einfach ein anderes.

Da es sich um ausgesprochen nette, eher langsame Rinder handelt nehmen wir die Pferde vom Rind weg wenn dieses still steht. Wir bestärken unsere Pferde durch Lob und nehmen es für ein paar Minuten aus der Arbeit. Auf diesem Wege bleibt das Pferd Gewinner – es kann gar kein Rind verlieren! Später, um ein Rind zunächst für ein oder zwei Turns zu halten, lernen wir unsere Pferde auf bestimmten Linien zu reiten, anzuhalten und zu wenden. Wir müssen im Hinterkopf immer zur Herde denken. Niemals dürfen wir einem Rind hinterher jagen!

Uns wurde relativ schnell bewusst, das es hier nicht nur um den Spaßfaktor, sondern um Reiter und Pferdeschulung im Detail geht. Also eine Art Strategieentwicklung mit guter Horsemanship als Grundlage. Ok, den ersten Tag verbrachten wir mit der Trockenarbeit. Hier wurde unsere Koordination für die verschiedenen Manöver erarbeitet. Auch People Cutting war ein Thema, wir hatten wirklich riesigen Spaß und erfuhren viel über die Bewegungstaktik eines Rindes.Die Herren unter uns entpuppten sich zu wahren Kuh-Professoren. War das ne Gaudi!

Ab dem zweiten Tag ging es dann in der beschrieben Vorgehensweise an die Rinder. Einige von uns hatten schon ein wenig Sorge um das, was wohl geschehen wird wenn sie Face to Face vor der Kuh stehen. Aber alles war gut!!! Weder die Rinder noch die Pferde waren auch nur eine Sekunde unter Stress. Marinas Schulungsprinzip der Triologie Mensch, Pferd und Rind hatte 100 %igen Erfolg. Alles lief perfekt, wir waren alle in der Lage ein bestimmtes Rind mit Ruhe und Sachverstand von der Herde zu separieren. Das alles in wunderschöner Manier. Es war eine schöne Erfahrung zu erkennen wie viel Sinn unsere Pferde in dieser Rinderarbeit sahen. Aber nicht nur Pferde profitieren von solch einem Lehrgang. Wir Reiter haben hierdurch gelernt was es heißt intuitiv aber dennoch koordiniert mit weicher Zügeleinwirkung zu reiten. Eine Erfahrung fürs Leben. Unsere Hände sehen wir mehr den je als helfende Hände zur besseren Verständigung zwischen Pferd und Reiter. Am Ende des Lehrgangs waren wir in der Lage ein ausgesondertes Rind welches zurück zu seiner wollte für zwei bis drei Turns zu halten. Es war ein super schöner Lehrgang für alle Beteiligten und wenn ich nicht genau wüsste das es eher unwahrscheinlich ist, würde ich behaupten die Rinder hatten auch ein wenig fun! Tolle runde Sache, wir sehen uns im nächsten Jahr zum Teil 2 der Triologie Mensch, Pferd und Rind in Brunsbüttel

geschrieben 2007

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